Das Weingut Reinitzhuber

Grandioser Blick vom Kittenberg in die steirische Unendlichkeit

Grandioser Blick vom Kittenberg in die steirische Unendlichkeit

Bedeutung des Weines

Der Weinkeller am Kittenberg, Zeichnung von Annemarie ReinitzhuberTrauben und Wein haben die Menschen schon seit uralten Zeiten genährt, angeregt, beschwingt und beglückt. Mit einem Schluck Wein wünschen wir uns einander Gesundheit und ein langes Leben. Wein ist immer schon Sorgenbrecher in schweren Stunden und Verherrlicher bei festlichen Anlässen. Ein Trunk wird auch heute bei vielen Ereignissen unseres Gemeinschaftslebens gereicht, sei es als Abschluss von Rechtsgeschäften oder bei Festlichkeiten im Familienkreis. Besonders in der Südsteiermark ist Wein im Brauchtum tief verwurzelt: Wein erhielt die Gebärende, Wein das Kind, Wein der Kranke und selbst dem Sterbenden reichte man Wein!

Der Weingarten am KittenbergWein ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dementsprechend begehrt war der Besitz von Weingärten bei Personen weltlichen und geistlichen Standes. Wenn sich auch die Qualitätsverstellungen von heute mit der Qualität der vor Jahrhunderten erzeugten Weine nicht in Einklang bringen lassen, so blieb der Ruf einzelner Riede bis heute erhalten. Dies trifft auch auf den Kittenberg zu. Denn die auf den Hängen des Kittenbergs erzeugten Weine sind von ganz besonderer Güte und deshalb immer schon sehr begehrt!

Der Weingarten

Weine aus dem Hause GrossDas Gut liegt in der Südsteiermark und zwar im zum Sulmfluss zugewandten Sausalgebirge. Die Riede wurden 1406 erstmals urkundlich erwähnt und seit damals stets als Weingärten benutzt. Die Weinbaulagen sind mit Neigungen von 16 bis 28 Grad nach Süd und Südwest gerichtet zwischen 360 und 485 m Seehöhe gelegen. Die Gesamtfläche der Liegenschaft beträgt 14,24 Hektar, wovon etwas mehr als die Hälfte forstwirtschaftlich genutzt wird. Auf einer Fläche von 6,3 Hektar wird heute ausschließlich Wein angebaut, und zwar die Edelsorten Weißburgunder, Welschriesling, Zweigelt, Sauvignon und Müller Thurgau. Der durchschnittliche Ernteertrag liegt bei etwa 10.000 kg Trauben je Hektar. Die gelesenen Trauben wurden das letzte Mal auf dem eigenen Weingut im Jahr 1967 gekeltert. Seit 1992 ist der landwirtschaftliche Teil des Gutes verpachtet. Die gesamte Traubenernte wird verkauft. Die daraus erzeugten Weine wurden schon oftmals prämiert, näheres unter www.gross.at. Im Bild sehen Sie je eine Flasche Weißburgunder bzw. Sauvignon Blanc vom Kittenberg.

Die Gebäude

Katasterplan KittenbergAuf dem Anwesen befindet sich das Herrenhaus, das Winzerhaus samt Holzschuppen und der ehemalige Stall – heute Werkstatt und Lagerraum. Die Anordnung dieser Gebäude wurde erstmalig in den Riedkarten des Franziszeischen Katasters für die Katastralgemeinde Kittenberg im Jahre 1825 festgehalten (Katasterplan des Kittenbergs). Die einzelnen Bauparzellen sind hier auch durchnummeriert: Nr. 18 für das Herrenhaus, Nr. 19 für das Winzerhaus und Nr. 20 für den Stall.

Die beiden Luftbildaufnahmen zeigen die Situation um 1960Luftbild um 1960Luftbild um 1960

 

 

 

 

 

Vogelperspektive vom KittenbergDie damalige Anordnung ist mit der heutigen weitgehend identisch. Das Herrenhaus dürfte gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtet worden sein, wobei ein Teil der Bausubstanz (heute Küche, Esszimmer) wohl noch älter ist. Allein schon wegen der dominanten Lage inmitten der Weingärten und wegen der Nähe zum Hausbrunnen ist anzunehmen, dass vorher an dieser Stelle ein Gebäudeensemble – bestehend aus dem Herrenhaus, daneben wie üblich aus der Presse und der Winzerei (heute Garage, Sauna) - vorhanden war. Aus Platzgründen ist Anfang des 19. Jahrhunderts unterhalb des Herrenhauses die heute bestehende Winzerei samt Stall  neu aufgebaut worden.

Das Herrenhaus

Das Herrenhaus am KittenbergVon Weinbergen umgeben liegt nach Süden ausgerichtet das imposante Herrenhaus (renoviert 1971/72). Es setzt sich wie erwähnt zusammen aus drei nebeneinander liegenden Gebäudeteilen: der ehemaligen Winzerei (heute Garage, Sauna), der „Press“ mit der originären Ausstattung (heute der straßenseitige museal ausgestaltete Eingangsbereich) und dem eigentlichen Wohntrakt (bestehend aus Keller, Wohnräumen im Erdgeschoß und Schlafräumen im 1. Stock).

Eine steile Steintreppe führt vom Vorhaus hinunter in den kühlen Keller. Das aus Ziegeln gemauerte Gewölbe wurde früher zum Keltern und Lagern von Wein und Most genutzt. Heute sind verschiedene Holzfässer und Butten nur noch zur Dekoration aufgestellt. Außerdem ist hier die technische Zentrale zur Schwimmbadwasseraufbereitung und –umwälzung untergebracht. In einem Nebenkeller befinden sich sämtliche Anlagen für die Trink- und Brauchwasserversorgung des Anwesens. Das Trinkwasser wird sowohl aus dem gemauerten Hausbrunnen als auch aus einem Tiefbrunnen im Weingarten oben, das Brauchwasser aus einer Quelle im Wald unten fallweise zum Befüllen des Schwimmbeckens und zum Spritzen der Rebflächen bezogen.

Das Wohnzimmer im HerrenhausIm Erdgeschoß befinden sich die Wohnräume, die Küche sowie eine verglaste Veranda. Das Wohnzimmer birgt u. a. Erinnerungsstücke aus der ehemaligen Untersteiermark, der „verlorenen Heimat“ von Frau Irmtraut Reinitzhuber, wo in der Kollos nahe Pettau (heute Ptuj) die Familie ein Weingut bis 1945 besessen hat. Übrigens die Gipsbüste in der Veranda stellt ihren Großvater Josef Ornig, den letzten deutschen Bürgermeister von Pettau, dar.

GästezimmerAlle vier Schlafräume im 1. Stock sind ähnlich mit Doppelbetten, Einbaumöbeln und Waschgelegenheit ausgestattet. Lediglich die farbliche Gestaltung derselben ist unterschiedlich. Vom grünen „Hochzeits“-Zimmer aus hat man eine überwältigende Fernsicht in die „steirische Unendlichkeit“.

 

 

Der Garten

Vom Vorhaus gelangt man hinaus zunächst zum „Platzl“, wo man jederzeit im Schatten das Mittagessen genießen kann, und dann weiter in den von Pappeln umgebenen Garten. Pappeln, früher zum Blitzschutz in Hausnähe angepflanzt, prägen im Übrigen diese Landschaft, so dass man gerne auch von der „Steirischen Toskana“ spricht.

Der Garten mit Pool Ein Schwimmbecken (5 x 10 m) bietet Gelegenheit, sich an heißen Tagen oder nach einem Saunagang angenehm abzukühlen. Die Badewassertemperatur steigt wegen der Glasüberdachung in den Sommermonaten manchmal bis auf 30°C. Dann macht es allen besonders Spaß, in das Nass einzutauchen, wie aus dem Bild zu ersehen ist (durch Anklicken wird das Foto vergrößert!). Möglichkeiten zum Ausruhen bestehen rund um den Pool sowie auf dem eben Badevergnügen erreichbaren Hochsitz mit einem weiten Blick in die Weingärten und in die „steirische Unendlichkeit“. Wer einen Spaziergang unternehmen möchte, sollte durch die Weinhänge hinauf zur Lorbeerkapelle auf dem Kittenberg (485m) schlendern (ca. 30 min).

 

 


Das Herrenhaus wird von Mitgliedern und Freunden der Familie Reinitzhuber bewohnt. Im Winzerhaus leben ständig Mieter.