Über die Geschichte des Kittenbergs

Heute wird jener Teil des weststeirischen Berglandes, der von der Laßnitz und der Sulm umflossen wird, als „Sausal“  bezeichnet. Die Gemeinde Heimschuh mit ihren Rieden Pletsch, Pernitz und Kittenberg sowie die Gemeinde Kaindorf mit den Rieden Kogelberg, Kainberg und Wiesberg gehören ebenfalls zu dieser alten steirischen Landschaft.

Das Herrenhaus am Kittenberg, Zeichnung von Annemarie ReinitzhuberDie ersten menschlichen Ansiedlungen dieses Gebietes reichen in frühe Zeitperioden zurück. Von den vorrömerzeitlichen und römerzeitlichen Siedlungen künden nur wenige Bodenfunde. Nach dem Zusammenbruch der Römerherrschaft in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. eroberte wieder der Wald das einst abgerungene Kulturland. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts kamen mit den Karantanen, wie die vordringende slawische Bevölkerung genannt wurde, neue Siedler auch ins Sausal. Diese errichteten vor allem in den Tälern der Muggenau oder der Wölling kleine bäuerliche Anwesen.

Das Sausal wurde zum ersten Mal als „nemus susil“ in einer Urkunde genannt, in der Kaiser Otto der Große am 7. März 970 diesen Landstrich dem Erzbischof Friedrich von Salzburg übereignet hat. Es lag naturgemäß im Interesse des nunmehrigen Grundherrn,  Kolonisten aus seinem bisherigen Herrschaftsgebiet in Bayern zur Besiedlung des Sausaler Waldes heranzuziehen, um den Ertrag zu steigern. Viele topographische Bezeichnungen, wie Ried, Reit, Greit, Neurat oder Flurnamen, die auf –berg, -eck, -leitn enden, entstammen diesen bayrischen Siedlern. Auch der Name „Kittenberg“ stammt aus jener Zeit: er erscheint erstmals in einer schriftlichen Quelle im Jahre 1386 als „Chuernperg“ (mittelhochdeutsch „Mühlberg“), weil hier damals Mühlensteine abgebaut wurden. Spätere Varianten lauten „Kürnperg“ oder Kuhlenberg.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte entstanden einzelne Bauerngehöfte in Einschichtlage im bewaldeten Sausal überwiegend auf den Rebanbau ausgerichtet. Die kleinteilig gegliederte ursprüngliche Siedlungsstruktur hat sich bis heute weitgehend erhalten. Die erzbischöfliche Grundherrschaft in der mittleren Steiermark wurde von der Burg Seggau aus ausgeübt. Als 1218 die Obersteiermark noch mit einbezogen wurde, erfolgte die Verwaltung sowohl von Seggau als auch vom Kanonikerstift Seckau aus, danach erfolgten weitere Teilungen dieser Verwaltungsgebiete. Deshalb ist die zerspittete grundherrschaftiche Struktur zu erklären, die auch am Kittenberg anzutreffen war: Im 18. Jahrhundert waren z.B. die zum Weingut Reinitzhuber gehörenden 42 Grundparzellen vier Herrschaften untertänig, nämlich Herrschaft Rohr, Magistrat Leibnitz, Herrschaft Straß und Herrschaft Deutschlandsberg. Nach und nach ist die alte Bindung an die Lehnsherrn verloren gegangen, auch die Güter am Kittenberg erlangten 1848 gleichsam den Status von Eigentümern ihrer Inhaber. Diese Güter wechselten danach zwischen Adelsfamilien durch Kauf, Tausch, Heirat etc. häufig ihre Besitzer.

Die Besitzer des Weingutes

Mickl-Annemarie-Weinreich

Mickl-Annemarie-Weinreich

16?? – 1694 Wenzl oder Khunn
1694 – 1723 Erben nach Wenzl oder Khunn (29 Jahre)
1723 – 1744 Magistrat Leibnitz (21)
1744 – 1746 
Andree Sigmund Plikher u. Fr. Theresia (2)
1746 – 1787 
Andree Sigmund Plikher (41)
1787 – 1791
Josef Füchter (4)
1791 – 1802 Anton Bachmeir u. Fr. Anna Marie (11)
1802 – 1816 Franz Xaver Puttnik u. Fr. Rosalia (14)
1816 – 1827 Rosalia Seraphin (geb. Puttnik) (11)
1827 – 1839 Anton von Rudsinsky u. Fr. Rosalia (Seraphin) (12)
1839 – 1859 Cajetan Prandstetter u. Fr. Theresia (geb. Teimer) (20)
1859 – 1869
Theresia Prandstetter (10)
1869 – 1880 Rudolf, Cajetana, Anna-Maria Prandstetter-Teimer (11)
1880 – 18?? Martin, Cajetana, Anna-Maria Prandstetter-Teimer
18?? – 1907 
Martin Prandstetter-Teimer (27)
1907 – 1912 Martin Prandstetter-Teimer u.Fr. Anna (geb. Weinreich) (5)
1912 – 1919
Anna Prandstetter-Teimer (7)
1919 – 1921
Maria Weinreich (2)
1921 – 1959 
Franz Weinreich (38)
1959 – 1967 Franz Weinreich u. Josef Mickl (8)
1967 – 1985
Dr. Friedrich Reinitzhuber u. Fr. Irmtraut (18)
1985 – 2001
Dr. Friedrich Reinitzhuber (16)
seit 2001
Dr. Fritz Reinitzhuber

Die Zahlen in den ( ) Klammern stehen für die Anzahl der Jahre die sich das Weingut im Besitz einer Person befand.